Was können Headless CMS?

2016-11-23 14:01 (Kommentare: 0)

Headless CMS liegen bei Entwicklern im Trend: Nicht zu unrecht. Die neue Architektur wirft die klassische Template-Engine über Bord und ermöglicht es, Webseiten und Apps mit neuen Freiheiten und Technologien zu bauen. Dabei bleibt der Komfort für Redakteure und die Flexibilität der Content-Gestaltung auf dem Level der klassischen Content Management Systeme erhalten.

Wie funktioniert ein Headless CMS?

Ein Headless CMS entkoppelt das Backend vom Front-end: Es besteht entsprechend aus einem Backend, über das der Content in der Regel in einer Datenbank abgespeichert wird. Das vom klassischen CMS bekannte View-Modul mitsamt der Template-Engine findet man bei der neuen Architektur nicht. Dieses wird durch eine API-Schnittstelle ersetzt. Üblich ist die Implementierung einer JSON- oder RESTful-API, an der unterschiedliche Komponenten für die Darstellung der Inhalte angekoppelt werden können.

Im Vergleich: Beim gängigen CMS Konzept ist die Darstellung der Inhalte in das CMS eingebunden. Eine Verwendung der Inhalte in anderen Anwendungen ist komplex bis unmöglich. Soll dies dennoch geschehen, dann nur zum Preis eines hohen Entwicklungsaufwands. Insbesondere Updates können bei solchen Entwicklungen durch Inkompatibilitäten zum Problem werden. Markant ist bei den CMS Systemen insbesondere die Bindung an bestimmte Technologien zur Visualisierung.

Die Vorteile der API-Schnittstelle

Der Weg über die API bietet Flexibilität: Die Visualisierung der Inhalte ist praktisch gesehen kaum an bestimmte Technologien und Programmiersprachen gebunden. Es ist möglich, fast alle gängigen Technologien einzusetzen. Entsprechend können client- bzw. serverseitig verschiedenste Programmiersprachen eingesetzt werden. Beispiele sind serverseitig Python, PHP sowie client- und serverseitig Java oder JavaScript. Das bietet der Entwicklung enorme Freiheiten: Neben Webseiten können Web-Apps und auch Mobile-Apps auf die Daten des CMS zugreifen, um diese zu visualisieren.

Clientseitige View für bessere Usability und Performance

Die Bandbreite der Möglichkeiten durch das clientseitige Rendering der Inhalte ist groß. Mit einem JavaScript Front-End ist es möglich, die Daten aus dem Headless CMS asynchron zu laden. Dadurch kann die Verarbeitung der Inhalte vom Server auf den Client ausgelagert werden, was Anwendungen mit einer höheren Flexibilität und Performance ermöglicht. Gerade auf Mobilgeräten mit einer schwachen Internetanbindung kommt dies schnell zum Tragen. Die Performance der Geräte zum Rendern der Inhalte ist in der Regel besser als die Übertragungsgeschwindigkeit der Netze. Insbesondere durch das Datenformat JSON reduziert sich die übertragene Datenmenge und der Client muss nur in betroffenen Bereichen Daten austauschen, anstelle der Übertragung der kompletten Seiteninformationen.

Optimierter Aufwand bei plattformübergreifender Contentpflege

Eine weitere Stärke ist die Möglichkeit, mit nur einem Backend unterschiedliche Clients zu bedienen. Es ist also möglich, iOS Apps, Android Apps und Web Apps aus einer Quelle mit Inhalten zu versorgen. Das ermöglicht nicht nur eine kostengünstige Entwicklung von Anwendungen auf unterschiedlichen Zielsystemen, sondern senkt auch den Aufwand für die Pflege und Wartung der Inhalte. Die Pflege der Inhalte für unterschiedliche Plattformen kann somit entfallen. Anstelle der üblichen Mehrfachpflege wird nur einmal für alle Clients in einem System der Inhalt gepflegt. Die gleichen Inhalte aus derselben Quelle können durch die Implementierung via API auf mehreren Plattformen wiederverwendet werden.

Welche Headless CMS sind gängig?

Headless CMS von der Stange sind noch selten. Schnell kommt Individualprogrammierung auch in Form eigener Schnittstellen für bestehende CMS zum Einsatz. Es gibt jedoch mit Drupal und Wordpress zwei gängige CMS, die sich für den Einsatz als Headless CMS rüsten. Mit diesen Lösungen kann leicht das Progressive Decoupling realisiert werden. Dabei handelt es sich um einen weniger radikalen Systemwechsel vom klassischem CMS zur Headless Variante. Hier wird die Auslieferung der Inhalte über die übliche View des CMS zu realisiert. Optional können HTML + JavaScript Apps bzw. Mobile Apps und Hybrid-Apps mit Inhalten aus einer gesonderten CMS-Schnittstelle versorgt werden. Ein Headless Wordpress bietet dabei insbesondere Einsteigern gute Möglichkeiten. Die Schnittellen sind einfach und erlauben den Datenaustausch sowie die serverseitige Datenmanipulation. Drupal 8 hat, wie das Wordpress ab Release 4.4, die Restful-Schnittstelle im Core.

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